SICHTBETON ODER FASSADENPUTZSCHICHT?
Das Goetheanum ist für seine Sichtbetonfassade bekannt. Rudolf Steiner hatte seinerzeit jedoch andere Pläne und sah vor, das Bauwerk zu verputzen. Warum wurde diese Absicht nicht umgesetzt? Was bedeutet das für die Sanierungsmassnahmen? Anlässlich einer Architekturführung wird diesen Fragen nachgegangen.
Für den Bau des zweiten Goetheanum wollte Rudolf Steiner ausdrücklich Beton verwenden. So wurde es von den beteiligten Menschen nach seinem Tod auch umgesetzt. In seinen Vorträgen äusserte er sich zur Besonderheit des Betonmaterials, dass es des vollen Ingeniums des Menschen zu seiner angemessenen Formgestaltung bedarf. Denn durch den Malprozess des ascheartigen Zements ist dessen Substanz aus jeglichem Naturzusammenhang herausgelöst worden. Jedoch zur Oberflächenbeschaffenheit finden sich keine direkten Äusserungen bei Steiner. Zu Lebzeiten liess er sämtliche Betonfassaden und -dächer der verschiedenen auf dem Goetheanum-Campus errichteten Nebengebäude mit einer Putzschicht überziehen, wie schon beim Sockel des ersten Goetheanums, beim Wohnhaus Duldeck und dem Heizungshaus. Unterdessen ist das Goetheanum weitherum für seine Betonfassade bekannt. Infolgedessen wurde der Bau als solcher unter Denkmalschutz gestellt. Technisch gesehen wurde in der Zeit zwischen 1925 und 1928 die Fassade nicht als Sichtbetonoberfläche errichtet. Die heutigen Sanierungsmassnahmen müssen der Tatsache Rechnung tragen, dass es sich sowohl um ein historisches Bauwerk handelt, aber aus bautechnischer Sicht der Beton nicht auf Sicht angelegt wurde. Zudem nimmt der Carbonatisierungsprozess zu, welcher die Alkalität des Zements beeinflusst und der Schutz für die Bewehrungseisen nimmt nun nach etwa 80 Jahren ab. Es bedarf daher der besonderen Aufmerksamkeit und Pflege, um die Substanz über weitere Generationen zu bewahren.
Cosa e quando
Architekturführung
Sa, 12.09.2026 13:00 - 14:00
Do, 13.09.2026 13:00 - 14:00
Prenotare
- Prenotazione telefonica:
- +41 61 706 44 38
- Prenotazione tramite e-mail:
- fuehrungen@cluttergoetheanum.ch
Luogo e arrivo
Ab Bahnhof Dornach-Arlesheim, Bus 66 bis Haltestelle «Goetheanum» oder 15 Min. Fussweg bergauf
Orario FFS